Lars Großmann Travel Blog

Discover the world

Japan 2009 (12) – Lustige Schilder

without comments

Einfach mal kommentarlos ein paar lustige Schilder aus Japan – to be continued…

Rauchen verboten!

Where does the smoke go?

Where does the smoke go?

Where does the smoke go?

Telefonieren in der U-Bahn

Entweder Rauchen oder laufen

Written by Lars

Januar 26th, 2010 at 5:04 pm

Posted in Hinweisschilder, Japan

Japan 2009 (11) – Tokyo 6

without comments

Natürlich versuche ich möglichst auf westliche Kost zu verzichten und japanische Spezialitäten zu probieren. Ich hatte mir vorgenommen keine Dinge zu essen, die sich noch bewegen – ansonsten bin ich erst einmal offen. Der Geschmack rohen Fischs ist gewöhnungsbedürftig. Ich habe schon vor Japan in Deutschland Sushi gegessen, aber das heimische Schnitzel stets für schmackhafter befunden. Hier im fernen Osten schmeckt der frische rohe Fisch allerdings völlig anders als im deutschen Provinz-Sushi-Restaurant. Neben Sushi (mit Reis und Seetang) wird auch Sashimi (ohne alles) nur mit Soja-Soße und Wasabi (scharfer japanischer Meerrettich) gereicht. Die Schärfe tötet unerwünschte Bakterien im Magen ab. Das typische Sushi-Förderband bekannt aus Funk und Fernsehen gibt es wirklich. Hier nimmt man sich das, was einem gefällt. Abgerechnet wird nachher anhand der leeren Tellerchen. Auch ein Renner ist Essen vom heißen Stein / Grill (Ishiyaki) oder  im heißen Wasser Gegartes (Shabu Shabu). Schweineschnitzel gibt’s hier übrigens auch, heißt Tonkatsu und war während meines Aufenthalts nirgendwo auf der Karte. Yakitori – gegrillte Hühnchenspieße gibt es allerdings an jeder Ecke – sehr lecker!

Japanisches Fastfood ist neben den westlichen Importen (KFC, McDo, BK) vor allem Reis mit paniertem Irgendwas, einer undefinierbaren Soße und Käse. Gut für Ausländer: an den meist in Bahnhofsnähe gelegenen Büdchen bestellt man draußen an einer Art Automat (anhand von Bildchen), bezahlt Cash oder via RFID der Bahncard (wie geil!) und erhält dann eine Art Ticket. Dann sucht man sich drinnen einen Platz und gibt das Ticket dem Koch, der in einem Lauftunnel in der Mitte umherturnt und unter den Augen der Gäste das Essen bereitet. Auch Fastfood: Nudelsuppe in allen Formen und Farben. Gegessen wird möglichst laut und mit offenem Mund (höflich). Zum Naseputzen sollte man auf die Toilette gehen – das empfinden die Japaner nämlich im Gegensatz zu ihren Essmanieren als ziemlich ekelig.

In meiner Urlaubszeit gehe ich mit den neu gewonnenen Bekanntschaften aus der Auslandshandelskammer essen. Hat man einen Guide, der bei der Essensbestellung unterstützen kann (ich kann nur Biru Hoooshi) sind die japanischen Restaurants schon für sich ein Erlebnis aufgrund des leckeren Essens, der Atmosphäre und der freundlichen Bedienung. Kombiniert man mit Karaoke, oder hat einen speziell abgetrennten Bereich gebucht, kommt allerdings schnell die Spaßbremse “Last Order”. So wird freundlichst darauf hingewiesen, dass die nächsten Gäste warten oder dass der Wirt Feierabend haben will – und man endlich verschwinden soll. Achso – für alle Raucher: In Japan gibt es in Restaurants noch keine Nichtraucherschutzgesetze – auf dem Fußweg sollte man allerdings vorsichtig sein.

Nach unserem gemeinsamen Essen beschließen wir noch etwas Party zu machen. Der typische Stadtteil, in dem Ausländer landen die Party machen wollen ist Roppongi. Da meine Guides es aber besser wissen, und man ja nicht in Japan ist um unter seines Gleichen zu sein, pendeln wir mit der U-Bahn nach Shinjuku und gehen in eine mehrstöckige Discothek mit 99% Native-Quote. Ich glaube ich war noch nie in meinem Leben in einer so engen Discothek, aber Spaß hat es schon irgendwie gemacht. Man muss natürlich lange durchhalten, denn die letzte U/S-Bahn fährt gegen 0:30 Uhr, und der erste Zug erst wieder gegen 6 Uhr. Will man also das teuere Taxi umgehen, kommt man um gutes Stehvermögen nicht herum. Angenehm: ein Snack nach der Disco (eine Reis-Tang-Fisch-Pyramide) kostet umgerechnet nur 50 ct, gibt es an jeder Ecke und macht satt.

Written by Lars

Januar 26th, 2010 at 4:45 pm

Posted in Japan, Tokyo

Japan 2009 (10) – Tokyo 5

without comments

Eine der wichtigsten Lebensadern Tokyos ist die U-Bahn (Metro). Unglaubliche 2,9 Milliarden Fahrgäste nutzen jährlich das weltweit am meisten frequentierte U-Bahn-Netz. Jeder hat irgendwann schon einmal im TV gesehen, wie freundliche Untergrundmitarbeiter mit weißen Handschuhen die Passagiere während der Rushhour in die Züge quetschen. Das gibt es zwar, ist aber eher die Ausnahme. Was hingegen als erstes auffällt, ist die angenehme Ruhe während der Fahrt. Mobiltelefone funktionieren zwar unter der Erde (wenigstens in Bahnhof-Nähe), es ist allerdings verpönt zu telefonieren. Maximal eine SMS schreiben oder E-Mails checken via Mobiltelefon (natürlich auf lautlos gestellt) werden toleriert. Auch für lautes Unterhalten oder gar Musik hören erntet man böse Blicke. Dafür haben es die Japaner drauf während der Fahrt nach Hause komatös zu schlafen und dann pünktlich an ihrer Station aufzuwachen. Sieht man von dem Gas-Anschlag 1995 durch die Ōmu-Shinrikyō-Sekte ab, ist die U-Bahn Tokyos ein sehr sicheres Verkehrsmittel mit niedriger Kriminalitätsrate. Trotzdem sind die Behörden wachsam, und man bekommt ein mulmiges Gefühl, wenn in allen Bildschirmen der Bahn zu lesen ist: “Security Notice, JR East Group and the Police Department together are now on a high alert. If you find something suspicious at a station or on a train, please inform station staff, conductors or security guards as soon as possible”.

Kommen wir zu den lustigen Sachen. Neben Glücksspiel und Mangas lesen ist wohl Karaoke das liebste Hobby der Japaner. Ich wage sogar zu behaupten, dass ein Großteil der japanischen Bevölkerung sich da einig ist (im Gegensatz zu den typischen deutschen Stereotypen: Weißwurscht, Sauerkraut und Blau-Weiß karierte Blaskapellen). Natürlich hat diese Erfindung auch ihren Ursprung in Japan und das Wort Karaoke bedeutet so viel wie leeres (kara) Orchester (Oke). Die meisten Japaner die ich in den Bars zu hören bekomme singen erstaunlich gut. Ok, es ist schwer anhand des Textes zu urteilen, aber rein stimmlich käme der Großteil sicher bei DSDS ins Recall. Wir finden sogar deutsche Lieder in den meist mit über 100.000 Songs bestückten Karaoke-Maschinen. 99 Luftballons zum Beispiel bleibt weltweit unvergessen. Ich entscheide mich für REM – Losing my religion. Mein Standard-Song wenn es um Karaoke geht, und wie ich finde, von Bier zu Bier besser performbar ist. Im späteren Verlauf des Abends singe ich noch Smells Like Teen Spirit mit einen Bayrischen Kollegen, den wir zur Messe kennen gelernt haben. Sicher ein Ohrenschmaus für alle die noch nicht so viel getrunken hatten :-)

Am besten man entdeckt Japan auf eigene Faust. Lässt man sich von Lärm und bunten Lichtern anlocken, landet man unweigerlich in einer Spielothek. Doch das ist nicht wie in Deutschland ein verrauchter Versammlungsort spielsüchtiger Alkoholiker sondern ein völlig legitimer Zeitvertreib für jung und alt. So findet man zum Feierabend hin auffällig viele Schlipsträger und Geschäftsleute an den schrillen Automaten, vorher eher die jugendliche Fraktion. Ein Bevölkerungsquerschnitt aber in jedem Fall, Junge, Mädchen, jung und sehr alt. Da sitzt der Rentner neben dem Mädel in Schuluniform und beide konzentrieren sich nur auf ihr Spiel. Hier möchte ich gerne erneut die Warnung aussprechen: Wer zu epileptischen Anfällen neigt, sollte sich von diesen Läden möglichst fern halten. Mitunter haben die Spielotheken sogar acht und mehr Stockwerke, jedes für einen bestimmten Typ Spiel. Von Automaten über Karatespiele bis hin zu Simulationen wie Fußballmanager.

Written by Lars

Januar 26th, 2010 at 4:28 pm

Posted in Japan, Tokyo

Japan 2009 (9) – Tokyo 4

without comments

Da ich noch immer nicht genug von Schreinen und Tempeln habe, besuche ich den Stadtteil Asakusa, welcher Tokyos bedeutendsten buddhistischen Tempel und den bekannten Asakusa Schrein beheimatet. Die Temperaturen sind inzwischen ins ungemütliche abgerutscht und das Grau-in-Grau wird nur von dem schrillen Bunt der endlosen Souvenir-Stände durchbrochen. Nimmt man diesen touristischen Overkill und die historischen Gebäude weg, ist dieser Stadtteil einfach nur hässlich. Angeblich soll hier auch das Zentrum der Lebensmittel-Attrappen-Industrie liegen, aber bei meinem Spaziergang durch die Straßen und Gassen kann ich nichts davon finden. Diese Attrappen sind übrigens bemerkenswert und ein gutes Geschäft in Japan. Nicht nur, dass fast jedes Restaurant mit diesen zum Anbeißen aussehenden Fata Morganas die Gäste anlockt, die Plastikschnitzel werden auch in die ganze Welt exportiert – weil der falsche Hase nirgendwo so echt aussieht, wie der aus Japan. Positiver Nebeneffekt: für mich als nicht japanisch Sprechender erleichtern diese Attrappen oder Abbildungen in den Karten die Essensbestellung ungemein.

Das Wetter verschlechtert sich weiter und trotz Plusgrade verwandeln sich die Regentropfen in dicke Schneeflocken. Ich sehe mich genötigt einige Indoor-Aktivitäten ins Auge zu fassen – also erstmal die Museums-Landschaft checken. Zuerst nehme ich mir etwas historisches vor und besuche das Edo Museum. Edo – so hieß Tokyo bis 1868. Ist man interessiert an Geschichte kann man mit dem Audio-Guide (wahlweise auch in deutscher Sprache) durchaus einen Tag in dem riesigen Museum zubringen.  Man lernt neben der Edo-Zeit auch viel über die großen Erdbeben in der Region und die Geschichte Tokyos während des zweiten Weltkriegs. Letzteres ist natürlich sehr japanisch geprägt. Im Gegensatz zu den Deutschen fehlt den Menschen in diesem Land irgendwie das Verständnis für die eigene Geschichte als Aggressor. Aber wie ich gelernt habe ist das eines der Themen, das mit mit einem Japaner nicht erörtern sollte, ähnlich wie in China die Tibet-Politik zu diskutieren.

Der nächste Weg führt mich ins Technik-Museum (Miraikan), welches sich auf der selben künstlichen Insel wie die Big Sight Messe befindet. Das ist wirklich ein Erlebnis für alle technikbegeisterten Menschen (wie mich). Schon das riesige Planetenmodell der Erde im Eingangsbereich, gespickt mit LEDs, welche globale Wolkenbewegungen simulieren ist beeindruckend. Neben der Ozeanforschung kann der interessierte Schüler hier auch viel über Teilchenphysik und Gentechnik lernen. Auch die Roboter-Abteilung mit stündlichen Shows sind sehenswert. Das Highlight für mich ist das 3D Planetarium – grandios! Das ganze Museum ist für Schülergruppen ausgelegt. Hier gibt es ganze Labors, in denen Schüler Versuche und vorbereitete Experimente machen können. Ich esse noch einen Happen im hauseigenen Restaurant und laufe dann durch den Nieselregen weiter in ein unweit gelegenes Einkaufszentrum.

Die Geschäfte animieren mich nicht sonderlich zum einkaufen (trotz intensiver Suche nach Mitbringseln für die Daheimgebliebenen). Was mich allerdings fasziniert sind die zahlreichen Manga-Zeichner, die für umgerechnet knapp 10 Euro ein Portrait im Manga-Style zeichnen. Ich kann natürlich nicht widerstehen und spiele eine halbe Stunde Model. Hier das Ergebnis – urteilt selbst:

Ich als Manga

Ebenfalls in Laufweite zum Hotel findet sich der weltgrößte Fischmarkt. Ich verpasse (mit Absicht) die Fisch-Auktionen, die bereits 5:00 Uhr morgens beginnen. Touristen sind nicht sonderlich gern gesehen, da sie meistens nur im Weg rumstehen und nichts kaufen. Gerade bei den Auktionen (abgesehen von der unmenschlichen Uhrzeit) benötigt man eine besondere Genehmigung. Gegen 9:00 Uhr betrete ich das Gelände, das eine Größe von mehreren Fußballfeldern hat. Es riecht zwar leicht nach Fisch, aber ich bin überrascht wie dezent. Der betonierte/gepflasterte Boden sieht zwar nicht so aus, als könne man von ihm essen, aber trotzdem werden alle paar Minuten mit einem Wasserstrahl von Stand zu Stand eventuelle Fischreste weggespült. Frischeren Fisch gibt es wohl nirgendwo. Neben den Sorten, die direkt auf dem Boot schock-gefrostet oder zu mindestens auf Eis gelegt werden, gibt es auch jede Menge lebenden Fisch / Krabben / Muscheln. Eigentlich alles, was im Meer lebt und auch nur ansatzweise essbar ist. In den engen Gässchen zwischen den Ständen fahren motorisierte “Dinger” umher, ohne erkennbare Verkehrsregeln oder Rücksicht auf touristische Verluste. Es geht hektisch zu, aber die Impressionen fesseln ungemein.

Written by Lars

Januar 22nd, 2010 at 11:26 am

Posted in Japan, Tokyo

Japan 2009 (8) – Tokyo 3

without comments

Es wird Zeit einige der Sehenswürdigkeiten von Tokyo anzusteuern. Das Wetter spielt mit und bei blauem Himmel und Sonnenschein suche ich mir zuerst den Punkt aus, der aus dem Fenster der Hotel-Lobby am einladendsten aussieht – der Tokyo Tower. Die Architektur erinnert an den Pariser Eiffelturm und auch größentechnisch spielen die beiden in einer Liga (Tokyo Tower ist ein paar Meter höher). Mit 4000 Tonnen Gewicht ist er allerdings fast halb so schwer wie sein französisches Pendant. Auf den zwei Aussichtsplatformen in 150m und 250m Höhe (für die obere zahlt man natürlich entsprechend mehr) hat man eine gute Sicht über die Stadt. Gegenwärtig befindet sich unter dem Namen Tōkyō Sky Tree ein neuer Fernsehturm im Bau. Bis zum Jahr 2012 soll er im Tokioter Stadtbezirk Sumida mit 634 Metern Höhe entstehen und dann einer der höchsten Türme der Welt sein.

Direkt neben dem Tower kann man eine alte Tempelanlage mit integriertem Friedhof besuchen. Tiefen Eindruck bei mir hinterlassen die zahlreichen Kindergräber, die deutlich erkennbar sind an den kleinen Kinderstatuen, geschmückt mit roten Jäckchen und Mützchen sowie einem kleinen Windrad. Ich glaube die Mütter, denen ein Kind jungen Alters gestorben ist, stricken jedes Jahr mindestens einmal diese roten Miniatur-Anziehsachen damit die Kinder in der nächsten Welt nicht frieren. Das Windrad ist dafür da, damit sie sich nicht langweilen und etwas zum Spielen haben. Irgendwie strange aber doch faszinierend, in einem Land mit einer überdurchschnittlich hohen Abtreibungsquote.

In direkter Fußreichweite vom Hotel entfernt befindet sich ein schöner Park der an die Bucht grenzt. Den Eintritt zahlt man gerne, befindet man sich doch sofort in einer völlig anderen Welt. Solche Rückzugsgebiete braucht der großstadtgeplagte Japaner, gerne wird hier auch öffentlich meditiert. Die Synthese aus arkribisch gepflegten Parkanlagen umzingelt von Hochhaus-Giganten aus Stahl, Beton und Glas ist faszinierend. Hier kann ich entspannen, laufe fast einen halben Tag sinnlos umher, fotografiere, genieße die Sonne und die Menschen, die sich über die ersten blühenden Bäume freuen.

Das große Spektakel der Kirschblüte (wohl das wichtigste Ereignis des japanischen Jahres) verpasse ich aufgrund meiner Reisezeit nur knapp. Vielleicht auch besser so, denn sonst wären die Parks gnadenlos überfüllt. Ich finde heraus, dass zur Kirschblüte (sakura) alle Japaner ein Hanami feiern (heißt soviel wie Blüten betrachten). Firmen haben hier ihre ganz eigene Tradition entwickelt: Der jenige der als letztes in der Firma / Abteilung angefangen hat (der Newbie / dat Greenhorn) muss noch bevor die Kirschen blühen einen schönen Kirschbaum reservieren, damit die Kollegen dann einen guten Platz für das Feiern haben. Dafür wird sich ein schöner Baum ausgesucht (je toller, desto besser für den neuen Kollegen, desto länger aber auch die Wartezeit zur Reservierung) und eine blaue Plane unter dem Baum ausgebreitet, auf der später die Kollegen Platz nehmen können. Für den jenigen der reserviert ist das natürlich keine tolle Angelegenheit, muss er doch Tag und Nacht den Platz bewachen, und das über mehrere Tage. Kann er letztendlich den schönsten Baum präsentieren, hat er sich einen gewissen Respekt erarbeitet und die Party kann steigen. Natürlich gibt es dann Picknick mit allem, was das Herz begehrt und es wird getrunken bis zum Umfallen :-)

Ab und an verirre ich mich in ein Starbucks unweit vom Hotel. Anfangs dachte ich, hier finde ich noch die Menschen, die am offensten sind mal einen Plausch mit einer Langnase zu halten. Doch meine Beobachtungen zeigen, dass hier die Ausländerquote am höchsten ist. Jeder dicke Ami der vorbei läuft, muss unbedingt herein um einen Extra Large Frappuchino mit Cream und 3 Brownies/Muffins in sich hinein zu stopfen – als gäbe es das nicht zu Hause drei mal die Woche. Ok, Anfang 2009 kann ich zumindestens noch guten Gewissens behaupten, es gibt in Dresden kein Starbucks. Mit der Eröffnung der Centrum Galerie in DD ist dieses Argument dann auch unwirksam. Alles egal, ich nutze trotzdem das Kaffee-Häuschen um meine Ansichtskarten nach Daheim zu schreiben, und gleichzeitig noch eine Strophe für das Gwand-anham-Aera Lied von Willy Astor zu dichten, dessen Konzert wir einen Tag nach meiner Ankunft in Deutschland mit großen Teilen der Fußballmannschaft besuchen.

Eine weitere Location aus Lost in Translation will ich unbedingt noch besuchen: die weltberühmte Fußgängerkreuzung in Shibuya. Diese wird zu abendlichen Spitzenzeiten von bis zu 15.000 Menschen überquert – PRO AMPELPHASE wohlgemerkt. Wann immer man im Fernsehen eine Reportage über Japan oder Tokyo sieht, und ein Synonym für die Enge und Geschäftigkeit gefunden werden soll, dann sieht man Aufnahmen dieser Kreuzung. Das ist ungefähr so, wie mit der Verwendung des Amelie-Soundtracks bei jeglicher Fernsehdoku die auch nur im entferntesten etwas mit Frankreich zu tun hat (Sehr einfallsreich RTL!). Ich gehe (schon wieder) ins Starbucks – aber diesmal nur, um von oben den besten Blick auf die Kreuzung zu haben und etwas zu fotografieren und zu filmen. Ich hatte gerade meine Dokumentation angefangen, da werde ich darauf hingewiesen, dass das Fotografieren hier nicht gestattet sei. Warum eigentlich? Ich stelle mich dumm – bin ja eine ignorante Langnase – und mache noch schnell ein Video von einer Ampelphase :-) Wie die Ameisen!

Im Zug zurück finde ich ein Manga-Heftchen. Der Besitzer hatte es wohl fertig gelesen und dann einfach liegen lassen. Etwas größer als ein lustiges Taschenbuch, und vielleicht doppelt so dick, enthält es mehrere unterschiedliche Geschichten. Ich verstehe natürlich nur Bahnhof – aber die Bilder sehen echt cool aus, und jedes zweite Mädchen hat riesige Augen, einen Kurzen Rock, eine 75 DoppelD Oberweite – oder ist kaum bekleidet. Mangas sind in Japan so beliebt – im Durchschnitt braucht der Japaner drei mal mehr Papier für Mangas im Jahr als für Klopapier.

Written by Lars

Januar 21st, 2010 at 10:21 am

Posted in Japan, Tokyo