Lars Großmann Travel Blog

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Archive for November 14th, 2009

China 2009 (4) – Shenzhen

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Von wegen zeitig in Ruhe. 10 Uhr begann unser Meeting, und es endete 16 Uhr. Unendlich lange für mein persönliches Wochenendempfinden. Mike und ich beschließen noch eine Weile auf Rückmeldung von Kai zu warten (Robert, mein ehemaliger Klassenkamerad und ehemaliger Langzeitarbeitender in Shenzhen hatte den Kontakt hergestellt), gehen dann aber doch alleine los. Wir nehmen uns ein Taxi welches uns für umgerechnet 5 Euro zur Coco-Bar Einkaufs- und Belustigungsmeile fährt. Nachdem wir eine Stunde vergeblich ein Restaurant suchen (ein ganz bestimmtes welches Mike aus vorherigen China-Trips kannte) entschließen wir uns für ein amerikanisch angehauchtes Pizza-Haus. Das Mittagessen – nennen wir es „ungewöhnlich“ – war Gott sei Dank schon verdaut. Nach der Pizza noch in einen chinesischen „Biergarten“ in dem es einige deutsche Sorten Bier gab. An Stelle des Erdingers für 5 Euro nehmen wir aber doch lieber das Tsing Tao für 2 Euro. Die Chinesen scheinen ein sehr geselliges Volk zu sein, draußen ist es voller Leute die oft komische Würfelspiele spielen, oder sich die Birne mit Biertürmen zulöten. Ganz beliebt scheint es auch zu sein, einen Eimer zu bestellen mit einem Sixpack Saft / Energizer und einer Flasche Whisky oder Schnaps. Gut durchgemischt wird dann kurzer Prozess gemacht und getrunken was das Zeug hält. Die Quittung erhält man an der Toilette, welche ab 23:00 Uhr durchgängig mit sich übergebenden Chinesen gefüllt ist. Was für eine Geräusch-Kulisse. Das Taxi zurück kostet einen Euro mehr, wahrscheinlich Nachtzuschlag, und kommen 0:30 Uhr im Hotel an.

Ich stelle mal wieder fest, dass am chinesischen Abend die Internet-Leitung den absoluten Kollaps erleidet. Wahrscheinlich laden sich gerade 500 Millionen männliche Chinesen irgendwelche Pornos auf X-Tube runter, oder was auch immer. Nachmittags funktioniert alles wunderbar. Schnelle Website Darstellung, gute VPN Verbindung, telefonieren über den Vodafone VoIP Client, alles perfekt. Die Qualität des VoIP Signals ist übrigens genial, ich nutze das interne Mikro meines Laptops und klinge anscheinend so nah, als wäre ich im Nachbarzimmer. Naja, wie gesagt, nur Nachmittags.

Written by Lars

November 14th, 2009 at 6:03 pm

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China 2009 (3) – Shenzhen

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Die Grenze von Hong Kong nach Shenzhen ist fließend. Lediglich ein Fluss und die chinesische Staatsgrenze trennt das Sonderverwaltungsgebiet vom Mainland. Nach 45 Minuten Zugfahrt sind wir an der Grenze angelangt, wo wir im Bahnhof diverse Formulare ausfüllen müssen (Hong Kong departure, China arrival, swine flue usw). Parallel wird man von Infrarot-Kameras beobachtet, jeder der Fieber hat darf nicht ins Land. Am Flughafen hat uns Donald in Empfang genommen, wenigstens müssen wir uns so nicht durch die City kämpfen. Das Hotel heisst Motel 268 und ist auch nicht viel mehr wert, als die 30 Euro die es pro Nacht kostet. Ich bekomme ein Raucherzimmer – ekelhaft, aber das Personal versteht geschlossen kein Wort Englisch. Geraucht wird hier eh überall, wobei, Mikes Zimmer riecht besser – da hat er Glück gehabt. Nachdem Donald uns zum Mittag eingeladen hatte (wie üblich isst jeder von jedem Teller etwas), ging es zur Shenzhen Uni wo Mike etwas über unsere Technologie vortrug. Dann weiter zu einem potentiellen Kunden, der NULL Englisch verstand, sodass Donald unsere Ausführungen übersetzen musste. Donalds Auto-Fahrkünste von einer Station zur anderen sind phänomenal! Nicht nur das er permanent mit so wenig Gas anfährt, dass der Wagen die ersten Meter nur stottert, Abends fährt er einfach mal durchgehend mit Fernlicht, und er ignoriert auch sämtliche Lichthupen entgegenkommender Fahrzeuge. Mike und ich vermuten, dass er überhaupt keinen Führerschein besitzt. Ist bei dem Verkehr aber vielleicht auch gar nicht nötig. Ampeln und Einbahnstraßen gelten eher als unverbindliche Empfehlungen, die Hupe ist dafür da zu sagen: “Hallo ich bin hier” oder “Hallo, ich hab dich gesehen”. Das dauernde Hupkonzert in einer 12 Millionen-Metropole kann man sich daher gut vorstellen.
Abends sind Mike und ich noch auf der Suche nach der Metro gescheitert. Nach einer dreiviertel Stunde Fußmarsch sind wir umgekehrt und in ein Restaurant rein, dass irgendwie aussah, als hätte es Niveau. Auch hier – kein Personal konnte Englisch. Also anhand der Bilder in der Speisekarte bestellt und ein Bier dazu. Am Nachbartisch sitzen Deutsche – aber wir suchen keinen Kontakt. Vielleicht hätten sie uns aber bei der Bestellung helfen können. Am Ende war das Essen ok, aber sowohl Mike als der andere Deutsche hatten nur ein Wort, um die Toiletten zu beschreiben: “disgusting!”. Ich erspare mir den Anblick.
Die Nacht habe ich gut geschlafen. Harte Matratzen sind gut für den Rücken. Das Frühstück war allerdings alles andere als toll. Ich esse ein gekochtes Ei, etwas Reis und eine Scheibe viel zu süßes Weißbrot. Danach vergeht mir der Appetit, während Mike sich die vierte Schüssel Haferschleim einschiebt. Ich erwische mich dabei wie ich denke, ich hätte auf Muttern hören und eine Packung Zwieback mitnehmen sollen. Es ist Samstag, daheim schlafen alle noch, und wir treffen uns gleich mit Donald um irgendwas durch zu sprechen, keine Ahnung was. Hoffentlich lässt er uns zeitig in Ruhe.

Written by Lars

November 14th, 2009 at 2:59 am

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