Archive for November 22nd, 2009
China 2009 (13) – Lanzhou
Wir erreichen Lanzhou gegen 20:00 Uhr und werden von einem ehemaligen Austauschstudenten in Rossendorf (Ray) abgeholt. Die Fahrt in die City dauert über eine Stunde, da der Flughafen aufgrund geographischer Notwendigkeit weit außerhalb errichtet werden musste. Die Stadt – auch “Golden City” genannt, liegt in einem Tal des “Yellow River” und wird flankiert von mittelhohen Bergen zu beiden Seiten. Der Yellow River ist übrigens der zweitgrößte Fluß Chinas und hat bereits hier in Lanzhou (nach einem Viertel seiner Strecke) eine beachtliche Größe. Alle Brücken sind kunstvoll beleuchtet und bieten eine eindruckvolle Show. Die Stadt an sich ist besonders in der kalten Jahreszeit unter einer dichten Dunstglocke gefangen, da nicht nur die petrochemische Industrie das Zentrum der Wirtschaft ist, sondern auch ein Großteil der Häuser durch Kohleverbrennung geheizt wird. Lanzhou wurde 1998 vom World Resources Institute zur schmutzigsten Stadt der Erde gewählt. So ist es tatsächlich schwer von einem Aussichtspunkt einen klaren Blick über die City zu erhaschen.
Nach kurzem Hotel Check-In gehen wir mit Haibo und Ray (und dessen Frau) lecker koreanisch essen. Das Hotel ist um Welten besser als das in Shanghai und bietet alle wichtigen Annehmlichkeiten.
Der folgende Tag steht im Zeichen des Sight Seeings. Wir essen Lanzhou Beef Noodles zum Frühstück (lecker), die auch in anderen Teilen des Landes als solche bekannt sind und gegessen werden.
Weiter geht es auf einen Fußmarsch durch eine alte Tempelanlage, die einen großen Trödelmarkt beherbergt bis hin zum Yellow River.
Die erste Brücke über den Fluß in Lanzhou (ähnlich unserem Blauen Wunder) ist nur noch für Fußgänger zugänglich und wurde von einem Deutschen gebaut.
Am anderen Ufer geht es steil bergauf bis auf 1700m über dem Meeresspiegel (Lanzhou liegt über 1500m). Von da oben (wir laufen die viele Treppen nach oben) hat man einen guten Blick über die gesamte City, allerdings sehen wir nur gefühlte 100m weit aufgrund des Smoks, welcher die komplette Stadt einhüllt.
Abends essen wir noch mit Prof. Wang am Round Table und rufen einige male “Bottoms up”. *hick*
China 2009 (12) – Flug Shanghai nach Lanzhou
Eine Boeing 737 bringt uns vom Shanghai International Airport Pudong auf den Provinzflughafen Lanzhou (vergleichbar mit Dresden). Der Flug verläuft sehr angenehm und das Essen ist ok. Leider gibt es kein Unterhaltungsprogramm (warum eigentlich leider?) – worfür gibt es denn iPods? Schlimmer ist, dass an Bord kein Bier erhältlich ist. Beinfreiheit ist genug vorhanden, da sich Mike einen Gangplatz erkämpft und letztenendes der Mittelplatz zwischen uns beiden doch frei bleibt.
Die rund 1700km Strecke fliegen wir in knapp drei Stunden und landen mit einer halben Stunde Verspätung in Lanzhou. Leider ist die Airline (Name leider vergessen) im Gegensatz zur Shanghai Air nicht in der Star Alliance – daher auch keine Meilen.
China 2009 (11) – Transrapid
Der Weg aus der City zum Flughafen ist ein besonderes Highlight. Wir nehmen den Shanghai Maglev Train (SMT) - bei uns zu Lande eher bekannt als Transrapid. Deutsche Ingenieurskunst at its top – leider nur in Shanghai fahrbar. Die Entwicklung dieses High-Tech Zugs begann in Deutschland bereit 1969 – alle Projekte wurden allerdings aus Kostengründen eingestellt. So bleibt die 2004 fertiggestellte Strecke in Shanghai zum Pudong International Airport die einzige Transrapid-Strecke im Regelbetrieb.
Die Magnetschwebebahn benötigt für die 30 km lange Strecke 7 Minuten und 18 Sekunden. Nach 3½ Minuten (zurückgelegte Strecke: 12,5 km) ist die Betriebsgeschwindigkeit von 430 km/h erreicht. Sie wird für 50 Sekunden gehalten, bevor die Verzögerungsphase (wiederum 12,5 km) beginnt.
Zu den technischen Daten schreibt Wikipedia folgendes: “Der Transrapid ist in der Lage, innerhalb von 60 s aus dem Stand auf 200 km/h sowie in weiteren 60 s von 200 km/h auf 400 km/h zu beschleunigen. Für eine Beschleunigung auf 300 km/h benötigt er rund vier Kilometer (auf der Strecke in Shanghai 4,2 km). Der ICE 3 benötigt in der Ebene 324 Sekunden und eine Strecke von rund 18 km für eine Beschleunigung von 0 auf 300 km/h. Im Testbetrieb wurden auf der Shanghai-Strecke 501,5 km/h erreicht. [...] Die magnetische Feldstärke im Inneren der Fahrzeuge ist nach Angaben des Herstellers mit 100 µT geringer als das Magnetfeld üblicher Haushaltsgeräte wie z. B. das eines Fernsehers mit 500 µT.”
Übrigens wurde das insgesamt etwa 1,2 Milliarden Euro teure Projekt mit 100 Millionen Euro von der deutschen KfW gefördert. Ein weiterer Ausbau ist geplant, z.B. zum 53 km von Pudong entfernten Inlandsflughafen Hongqiao – die Pläne wurden aber aus mehreren Gründen zurückgestellt, u.A. da die Kosten des weiteren Streckenbaus auch in China bei mittlerweile 46 Mio. Euro je km liegen sollen, und sich damit gegenüber der ursprünglichen Planung fast verdoppelt haben.






























