Archive for November 24th, 2009
China 2009 (15) – Beijing
Eines kann ich vorweg nehmen: Die Stadt hat die gleichen Umweltprobleme, wie alle anderen chinesischen Metropolen. Der Smog über der Stadt gleicht einer Dunstglocke, die besonders im Winter durch die Kohleöfen der Bevölkerung genährt wird. Das gesamte Verwaltungsgebiet Pekings hat rund 15,5 Millionen Einwohner (2007), von denen 7,7 Mio. im bebauten Zentrum (11,8 Mio. inklusive Vororte) leben.
Nach zwei anstrengenden Meetings in der City haben wir uns eine Stärkung verdient. Natürlich darf man nicht aus Peking abreisen, ohne mindestens einmal Peking-Ente gegessen zu haben. Wir erkämpfen uns einen Tisch im berühmtesten Peking-Ente-Restaurant der Stadt (“Qianmen Quannjude Roast Druck Restaurant“) und genießen die Show. Das Essen ist mit Abstand das Beste, was ich in China auf den Teller bekommen habe. So lecker, das ich mein Sättigungsgefühl ignoriere und mindestens 1/3 mehr als nötig in mich stopfe. Die Ente kommt im Ganzen an den Tisch, wo ein augebildeter Koch (in dritter Generation) uns längliche, dünne Stücke herauschneidet. Die Mischung aus der süß-knusprigen Haut und dem zahrten Fleisch ist unbesschreiblich. Verzehrt wird das ganze in einer Art Mehlteig-Pfannkuchen (vergleichbar mit Crepes) zusammen mit Frühlingszwiebeln und Schwarzbohnensoße. Das ganze wird zusammengerollt und in 2-3 Happen verspeist.
Danach (es ist bereits 22 Uhr) nutzen wir die Zeit um noch etwas zu shoppen. Wir landen in einem Tee-Geschäft wo uns die nette Verkäuferin alle möglichen Tee-Sorten probieren lässt. Neben Ingwer-Tee und einem straken grünen Tee finde ich Geschmack an einem weißen Tee - der Preis von 30 Euro pro 150 Gramm schreckt mich aber dann doch ab.
Weiter geht es zu Fuß zum Platz des himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz), der mit seinen 39,6 ha Fläche als größter befestigter Platz der Welt gilt und bis zu einer Million Menschen fassen soll. Man kann sich mit ein wenig Fantasie vorstellen, wie an dieser Stelle die Militärparaden und rollenden Atomraketen-Abschussanlagen zur Schau gestellt werden. Erst seit 1911 ist der Platz frei zugänglich und hat traurige Berühmtheit erlangt, als er am 4. Juni 1989 Zentrum der gewaltsamen Beendigung eines Volksaufstandes wurde (Tian’anmen-Massaker).
















