Lars Großmann Travel Blog

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Japan 2009 (9) – Tokyo 4

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Da ich noch immer nicht genug von Schreinen und Tempeln habe, besuche ich den Stadtteil Asakusa (gesprochen Assaksa), welcher Tokyos bedeutendsten buddhistischen Tempel und den bekannten Asakusa Schrein beheimatet. Die Temperaturen sind inzwischen ins ungemütliche abgerutscht und das Grau-in-Grau wird nur von dem schrillen Bunt der endlosen Souvenir-Stände durchbrochen. Nimmt man diesen touristischen Overkill und die historischen Gebäude weg, ist dieser Stadtteil einfach nur hässlich. Angeblich soll hier auch das Zentrum der Lebensmittel-Attrappen-Industrie liegen, aber bei meinem Spaziergang durch die Straßen und Gassen kann ich nichts davon finden. Diese Attrappen sind übrigens bemerkenswert und ein gutes Geschäft in Japan. Nicht nur, dass fast jedes Restaurant mit diesen zum Anbeißen aussehenden Fata Morganas die Gäste anlockt, die Plastikschnitzel werden auch in die ganze Welt exportiert – weil der falsche Hase nirgendwo so echt aussieht, wie der aus Japan. Positiver Nebeneffekt: für mich als nicht japanisch Sprechender erleichtern diese Attrappen oder Abbildungen in den Karten die Essensbestellung ungemein.

Tempelanlage Asakusa

Tempelanlage Asakusa

Tempelanlage Asakusa

Tempelanlage Asakusa

Tempelanlage Asakusa

Tempelanlage Asakusa

Tempelanlage Asakusa

Tempelanlage Asakusa - Souvenier & Food Street

Tempelanlage Asakusa - Souvenier & Food Street

Keine Nazi-Pralinen! Das umgedrehte Hakenkreuz (Swastika) ist in Japan ein Zeichen für einen buddhistische Tempel

Hier wohnen sie also noch, die legendären Monchichis

Tempelanlage Asakusa - Wasserfall

Tempelanlage Asakusa - Wasserfall

Tempelanlage Asakusa - Momentaufnahme

Tempelanlage Asakusa - Momentaufnahme

Tempelanlage Asakusa - Momentaufnahme

Was will der verkaufen?

Was will der verkaufen und warum kippt der nicht nach hinten ab?

Asakusa Taxi

Das Wetter verschlechtert sich weiter und trotz Plusgrade verwandeln sich die Regentropfen in dicke Schneeflocken. Ich sehe mich genötigt einige Indoor-Aktivitäten ins Auge zu fassen – also erstmal die Museums-Landschaft checken. Zuerst nehme ich mir etwas historisches vor und besuche das Edo Museum. Edo – so hieß Tokyo bis 1868. Ist man interessiert an Geschichte kann man mit dem Audio-Guide (wahlweise auch in deutscher Sprache) durchaus einen Tag in dem riesigen Museum zubringen.  Man lernt neben der Edo-Zeit auch viel über die großen Erdbeben in der Region und die Geschichte Tokyos während des zweiten Weltkriegs. Letzteres ist natürlich sehr japanisch geprägt. Im Gegensatz zu den Deutschen fehlt den Menschen in diesem Land irgendwie das Verständnis für die eigene Geschichte als Aggressor. Aber wie ich gelernt habe ist das eines der Themen, das mit mit einem Japaner nicht erörtern sollte, ähnlich wie in China die Tibet-Politik zu diskutieren. Die nächsten Fotos zeigen einige nette Ausstellungsstücke.

Fotografieren ausdrücklich erlaubt!

Toshiba Fernseher - Old School

Lockenwickler

Subaru?

Wie viel eher muss man früh aufstehen, wenn man so zur Arbeit muss?

Die schönsten Fotos 1/2

Die schönsten Fotos 2/2

Der nächste Weg führt mich ins Technik-Museum (Miraikan), welches sich auf der selben künstlichen Insel wie die Big Sight Messe befindet. Das ist wirklich ein Erlebnis für alle technikbegeisterten Menschen (wie mich). Schon das riesige Planetenmodell der Erde im Eingangsbereich, gespickt mit LEDs, welche globale Wolkenbewegungen simulieren ist beeindruckend. Neben der Ozeanforschung kann der interessierte Schüler hier auch viel über Teilchenphysik und Gentechnik lernen. Auch die Roboter-Abteilung mit stündlichen Shows sind sehenswert. Das Highlight für mich ist das 3D Planetarium – grandios!

Miraikan von außen

Große Erdkugel im Eingangsbereich - LEDs zeigen Kontinente und Wolkenbewegungen

Tiefsee-Forschungsboot

Schnitt eines Teilchendetektors

Asimo - Menschenähnlicher Roboter

japanisches Raketentriebwerk für Raumfahrt

Das ganze Museum ist für Schülergruppen ausgelegt. Hier gibt es ganze Labors, in denen Schüler Versuche und vorbereitete Experimente machen können. Ich esse noch einen Happen im hauseigenen Restaurant und laufe dann durch den Nieselregen weiter in ein unweit gelegenes Einkaufszentrum. Die Geschäfte animieren mich nicht sonderlich zum einkaufen (trotz intensiver Suche nach Mitbringseln für die Daheimgebliebenen). Was mich allerdings fasziniert sind die zahlreichen Manga-Zeichner, die für umgerechnet knapp 10 Euro ein Portrait im Manga-Style zeichnen. Ich kann natürlich nicht widerstehen und spiele eine halbe Stunde Model. Hier das Ergebnis – urteilt selbst:

Ich als Manga

Ebenfalls in Laufweite zum Hotel findet sich der weltgrößte Fischmarkt. Ich verpasse (mit Absicht) die Fisch-Auktionen, die bereits 5:00 Uhr morgens beginnen. Touristen sind nicht sonderlich gern gesehen, da sie meistens nur im Weg rumstehen und nichts kaufen. Gerade bei den Auktionen (abgesehen von der unmenschlichen Uhrzeit) benötigt man eine besondere Genehmigung. Gegen 9:00 Uhr betrete ich das Gelände, das eine Größe von mehreren Fußballfeldern hat. Es riecht zwar leicht nach Fisch, aber ich bin überrascht wie dezent. Der betonierte/gepflasterte Boden sieht zwar nicht so aus, als könne man von ihm essen, aber trotzdem werden alle paar Minuten mit einem Wasserstrahl von Stand zu Stand eventuelle Fischreste weggespült. Frischeren Fisch gibt es wohl nirgendwo. Neben den Sorten, die direkt auf dem Boot schock-gefrostet oder zu mindestens auf Eis gelegt werden, gibt es auch jede Menge lebenden Fisch / Krabben / Muscheln. Eigentlich alles, was im Meer lebt und auch nur ansatzweise essbar ist. In den engen Gässchen zwischen den Ständen fahren motorisierte “Dinger” umher, ohne erkennbare Verkehrsregeln oder Rücksicht auf touristische Verluste. Es geht hektisch zu, aber die Impressionen fesseln ungemein.

Impressionen Tokyo Fischmarkt

Impressionen Tokyo Fischmarkt

Written by Lars

Januar 22nd, 2010 at 11:26 am

Posted in Japan, Tokyo

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