Archive for the ‘Shanghai’ Category
China 2009 (12) – Flug Shanghai nach Lanzhou
Eine Boeing 737 bringt uns vom Shanghai International Airport Pudong auf den Provinzflughafen Lanzhou (vergleichbar mit Dresden). Der Flug verläuft sehr angenehm und das Essen ist ok. Leider gibt es kein Unterhaltungsprogramm (warum eigentlich leider?) – worfür gibt es denn iPods? Schlimmer ist, dass an Bord kein Bier erhältlich ist. Beinfreiheit ist genug vorhanden, da sich Mike einen Gangplatz erkämpft und letztenendes der Mittelplatz zwischen uns beiden doch frei bleibt.
Die rund 1700km Strecke fliegen wir in knapp drei Stunden und landen mit einer halben Stunde Verspätung in Lanzhou. Leider ist die Airline (Name leider vergessen) im Gegensatz zur Shanghai Air nicht in der Star Alliance – daher auch keine Meilen.
China 2009 (11) – Transrapid
Der Weg aus der City zum Flughafen ist ein besonderes Highlight. Wir nehmen den Shanghai Maglev Train (SMT) - bei uns zu Lande eher bekannt als Transrapid. Deutsche Ingenieurskunst at its top – leider nur in Shanghai fahrbar. Die Entwicklung dieses High-Tech Zugs begann in Deutschland bereit 1969 – alle Projekte wurden allerdings aus Kostengründen eingestellt. So bleibt die 2004 fertiggestellte Strecke in Shanghai zum Pudong International Airport die einzige Transrapid-Strecke im Regelbetrieb.
Die Magnetschwebebahn benötigt für die 30 km lange Strecke 7 Minuten und 18 Sekunden. Nach 3½ Minuten (zurückgelegte Strecke: 12,5 km) ist die Betriebsgeschwindigkeit von 430 km/h erreicht. Sie wird für 50 Sekunden gehalten, bevor die Verzögerungsphase (wiederum 12,5 km) beginnt.
Zu den technischen Daten schreibt Wikipedia folgendes: “Der Transrapid ist in der Lage, innerhalb von 60 s aus dem Stand auf 200 km/h sowie in weiteren 60 s von 200 km/h auf 400 km/h zu beschleunigen. Für eine Beschleunigung auf 300 km/h benötigt er rund vier Kilometer (auf der Strecke in Shanghai 4,2 km). Der ICE 3 benötigt in der Ebene 324 Sekunden und eine Strecke von rund 18 km für eine Beschleunigung von 0 auf 300 km/h. Im Testbetrieb wurden auf der Shanghai-Strecke 501,5 km/h erreicht. [...] Die magnetische Feldstärke im Inneren der Fahrzeuge ist nach Angaben des Herstellers mit 100 µT geringer als das Magnetfeld üblicher Haushaltsgeräte wie z. B. das eines Fernsehers mit 500 µT.”
Übrigens wurde das insgesamt etwa 1,2 Milliarden Euro teure Projekt mit 100 Millionen Euro von der deutschen KfW gefördert. Ein weiterer Ausbau ist geplant, z.B. zum 53 km von Pudong entfernten Inlandsflughafen Hongqiao – die Pläne wurden aber aus mehreren Gründen zurückgestellt, u.A. da die Kosten des weiteren Streckenbaus auch in China bei mittlerweile 46 Mio. Euro je km liegen sollen, und sich damit gegenüber der ursprünglichen Planung fast verdoppelt haben.
China 2009 (10) – Shanghai
Passend zu den vorherigen Hotel-Zimmerbeschreibungen bringt der letzte Tag in Shanghai noch eine kaputte Toilettenspülung auf das Programm. Ich beschließe mir jegliche Bedürfnisse zu verkneifen und die böse Überraschung dem nächsten Gast zu überlassen. Nach dem Auschecken machen wir zu dritt eine Tour durch den historischen Altstadtkern von Shanghai. Neben schönen alten Tempelanlagen (in die ohne schlechtes Gewissen Souvenier-Stores, Freßtempel und Starbucks eingebaut wurden schließt sich hier noch eine wunderschöne Gartenanlage an. Nach einer experimentell geprägten Lunch-Stärkung (u.A. probiert Mike Stink-Tofu) besorgen wir noch ein paar Präsente für die Daheimgebliebenen. Der Platz ist durchsetzt mit Langnasen aller Art – auch deutsche Dialekte sind aus dem Geschrei der Massen wahrzunehmen. Nach einer letzten Taxi-Tour an der Skyline vorbei (fast überfahren wir eine Oma, welche ohne zu schauen die Straße überqueren möchte) lassen wir uns samt Gepäck zum Magnetic Train bringen, welcher uns zum Flughafen katapultieren soll.
China 2009 (9) – Shanghai
Der Tag beginnt gemütlich mit einem McDonalds Frühstück und etwas Shopping. Die Relaxing-Time tut gut in Vorausschau auf die vielen Termine der nächsten Tage. Der Zimmerservice kommt relativ spät, sodass bei unserer Rückkehr abermals kein Klopapier in den Toiletten verfügbar ist. Ich gebe Mike meine letzte / einzige halbe Rolle und nutze die guten importierten Tempos (Menthol-Duft). Abends überrede ich Mike in eine Salsa Location zu gehen, die ich vorher via Google recherchiert hatte. Auf dem Hinweg nutzen wir die U-Bahn, die uns für umgerechnet 80 Cent sieben Stationen weiter zum „People Square“ bringt (einmal umsteigen). Die Metro ist sehr übersichtlich, die Automaten funktionieren intuitiv und die Technik macht einen neuen Eindruck. Wären nicht die abertausend Menschen, die sich in die unendlich wirkenden Wagons einer Bahn drängen (vom ersten zum letzten Wagen trennt keine einzige Tür die einzelnen Abteile).
Am People Square angekommen laufen wir erst einmal die beeindruckende Einkaufsstraße entlang. Der Weg hin und zurück dauert rund eine Stunde, in der jeder Quadratmeter mit Geschäftsfläche in bis zu zehnstöckigen Hochhäusern zugebaut ist. Immer wieder kommen chinesische Männer und Frauen auf uns offensichtliche Ausländer (Langnasen) zu und wollen billige Plagiate (Watches, DVDs, iPhone, T-Shirts, Pornos) sowie Prostituierte (Girls, Massage, Ladies) und Laserpointer an den Mann bringen. Ich zähle 57 solcher, teils penetranter Akquiseversuche. Einer der recht gut Englisch konnte hatte den Durst in unseren Augen erkannt und will uns eine gute Bier-Bar empfehlen („No Ladies! Very Safe! A lot of people here! You can trust me!“). Er führt uns in eine wenig belebte Seitenstraße und will uns in einem Fahrstuhl in die 8. Etage eines komisch wirkenden Gebäudes schicken. Wir ziehen kurz vor knapp die Notbremse und verlassen den Ort des Geschehens schnellen Schrittes. Ich hatte schon die Schlagzeile vor Augen: „Zwei Deutsche Geschäftsreisende in Shanghai von Organ-Mafia ausgenommen….“ oder „Shanghai: Zwei Deutsche werden Opfer einer raffinierten Touristenfalle.“. Vielleicht wären wir auch nur in eine Nachtbar mit leichten Mädchen und schweren Türstehern gekommen, wo uns der letzte Groschen (durch physischen Nachdruck) aus den Taschen gezogen würde.
Jedenfalls entschließen wir dann doch, direkt die von mir gegoogelte Adresse anzusteuern und uns zum Salsa Feeling das längst überfällige Bier zu genehmigen. Die Location finden wir relativ schnell und kommen zeitgleich mit einer der Veranstalterinnen an. Quadratischer Grundriss, guter Tanzboden, eine Bar längsseits und Tische / Stühle um die groß dimensionierte Tanzfläche herum charakterisieren die Räumlichkeit. Der Eintritt (rund 8 Euro) beinhaltet ein Freigetränk (0.3l Tsing Tao). Jede weitere Mini-Flasche kostet rund 4 Euro, was für chinesische Verhältnisse unglaublich teuer ist. Der Saal füllt sich nur schleppend, aber nach und nach stürmen chinesische und ausländische Tanzliebhaber den Raum. Das Publikum ist bunt gemischt und beinhaltet einige hervorragende Tänzerinnen. Die Frauenquote beträgt geschätzte 60-70% und Mike verflucht, dass er nach seinem Tanzkurs nicht am Ball geblieben ist. Mein persönliches Highlight an dem Abend war der Tanz mit einer Chinesin, deren Stil durchaus 10 von 10 Punkten verdiente – ungefähr vergleichbar mit meiner Tanzlehrerin in Deutschland (Nadja). Ich verstehe ihren Namen nicht, da englische Sprachkenntnisse (im Gegensatz zu Hüftschwung und Lady-Style) nicht zu ihren Stärken zählen.
Gegen halb 1 verlassen wir die Veranstaltung mit dem Taxi Richtung Hotel und finden, dass wir mit dem Abend doch einen netten Eindruck von der Stadt bekommen haben.
China 2009 (8) – Shanghai
Es ist kalt! Nicht nur an der frischen Luft (die dank der Kälte nicht ganz so voller Smog ist) sondern auch überall sonst. Der Taxi-Fahrer schafft es weder die Heizung anzuwerfen noch das Fenster hochzukurbeln. In der Uni angekommen sitzen wir in einem kalten Meeting-Raum und hoffen, dass der Raum in dem Mike seinen Vortrag halten soll, beheizt ist. Weit gefehlt! In dem Raum könnte man ohne Probleme Rinderhälften für die Ewigkeit aufbewahren – ABER: Es gibt eine Klimaanlage die dank Heizfunktion nach einer halben Stunde dafür sorgt, dass ich meinen Schal abnehmen und meine Zehen wieder fühlen kann. Auf dem Heimweg essen wir europäisch (mal eine nette Abwechslung) und ich kaufe importierte Pflegeartikel ein, die ich zur Bekämpfung meiner Erkältungssymptome benötige (Tempo Taschentücher, Ricola Kräuterzucker, Labello). Kurz vor dem Hotel, auf einer belebten Kreuzung, werden wir noch Zeuge eines Mopped-Unfalls. Die Fahrerin (ohne Helm) hatte wohl keine Chance gegen das Auto, der Krankenwagen steht noch am Unfallort und die Verletzte liegt auf der Straße umringt von einer Traube Schaulustiger.
Ich zertrete die Assel die mich am Eingang meines Hotelzimmers begrüßt und freue mich, dass in zwei Tagen die nächste Station auf uns wartet. Da wir morgen „frei“ haben, suche ich für abends einen Salsa Club in Shanghai raus. Mal schauen ob das was wird.
























