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Japan 2010 (23) – Yokohama
Nach dem Frühstück in der Kyoto Station haben wir noch rund zwei Stunden Zeit bis unser Shinkansen nach Yokohama fährt. Ich nutze die Wartezeit zum Travelblog schreiben, Katja setzt ihre Shopping-Tour fort. Am Bahnsteig begegnet uns eine Gruppe amerikanischer Touristen (L.A.), mit denen wir in ein nettes Gespräch kommen (z.B. Thema Dresden). Das Wetter ist grandios, gefühlte 22 Grad und kein Regen – Japan zeigt sich für unseren letzten wirklichen Urlaubstag noch einmal von seiner besten Seite. Ein kleiner Höhepunkt ist die freie Sicht auf den schneebedeckten Mount Fuji kurz vor Ende der Fahrt.
In Shin-Yokohama angekommen bleibt uns nicht viel Zeit. Die Shinkansen-Direktverbindung (Hikari) dauert gute 2,5 Stunden – das Hotel (Prince Hotel Shin-Yokohama) ist dankbarerweise direkt am Bahnhof gelegen. Wir beziehen ein kleines Zimmer (immerhin mit Doppelbett) im 35. Stockwerk. Schmutziger Fußbodenbelag, eine Plastik-Bad-Box und ein alter Röhrenfernseher verbreiten 90er Jahre Mittelklasse-Charme. Egal, denn wir haben nur knapp eine Stunde zum Frischmachen, Mails Checken und Koffer für den Abreisetag packen. Danach geht es mit der Local Line und zwei Mal umsteigen nach Shibuya, wo wir uns mit Björn und einigen anderen Kollegen treffen. Das komplette Areal ist aufgrund dessen, dass es nicht nur frühsommerlich sondern auch Freitagabend ist, maßlos überfüllt. Die Menschenmassen pressen sich im schrill blinkenden Neon-Ambiente aneinander vorbei. Das japanische Restaurant (Björns Favorite) ist in einem Hinterhof versteckt und verfügt nur über japanisch sprachige Speisekarten. Da wir nicht einmal die Preise lesen können, vertrauen wir auf die Bestellung der Japanologen. Neben Yakitory gibt es allerlei andere Gaumenfreuden (auf Knorpel und vergorenen Fisch verzichten wir allerdings). Am Ende kommen wir rund 35 Euro pro Person finanziell recht günstig davon – dafür, dass wir uns mehr als satt gegessen haben und das Bier / der Wein auch ohne Unterbrechung flossen. Wir nehmen den letztmöglichen Zug zurück nach Shin-Yokohama, der natürlich maßlos überfüllt ist. Schwitzende Japaner stehen dicht an dicht um nicht auf ein teueres Taxi angewiesen zu sein – die Gefahr des Umfallens bzw. eines harten Aufpralls ist relativ gering.
Japan 2009 (7) – Yokohama
Yokohama ist die zweitgrößte Stadt Japans (3,6 Mio. Einwohner), gehört wie weiter oben beschrieben zur Metropolenregion Tokyo und ist eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt. Ich nehme den Shinkansen der kaum mehr als eine halbe Stunde braucht um mich zum Bahnhof Shin-Yokohama zu transportieren. Leider habe ich nur einen Tag um Yokohama zu besuchen und muss das touristische Programm leider ausfallen lassen, da ich einen wichtigen Lieferanten besuche, dessen Headquarter sich in Yokohama befindet. Mit dem Auto fahren wir an dem Fußballstadion vorbei, in dem 2002 das WM Finale zwischen Brasilien und Deutschland ausgetragen wurde.
Zum Abendessen fährt der japanische Lieferantenvertreter das volle Programm auf. Wie üblich wird ein abgetrennter Raum gebucht, in dem in der Mitte ein Tisch auf Kniehöhe aufgestellt ist. Normalerweise ist nun der Schneidersitz gefragt (schlecht für Knie-Geschädigkte wie mich) doch hier gibt es Platz für die Beine unter dem Tisch. Die Schuhe werden natürlich vor der Türe abgestellt (Merke: In Japan stets darauf achten, ordentliche Socken anzuziehen!) das Essen ist mehr als reichlich – ich vermute der Vertreter hat die komplette Speisekarte bestellt. Schon nach dem 4. Gang bin ich quasi satt, auch wenn wir gerade erst bei der Hälfte angelangt sind. Hinzu kommt erschweren, dass ich vom Karaoke-Abend des Vortags noch einen leichten Hangover habe. Auch wenn es unhöflich ist, schaffe ich es irgendwann nicht weiter zu essen. Ich empfehle meinem Essenspartner eine Doggybox füllen zu lassen und den Rest der Familie mitzubringen (wie sich später heraus stellt, eine sehr ungewöhnliche Praxis für Japaner). Die Einladung zum Essen ist natürlich Ehrensache. Auch bei Getränken, gerade in geselliger Runde, ist es unhöflich einen Drink auszulassen, wenn gemeinsam Kampai (Prost) gerufen wird.





