Archive for the ‘Zug’ Category
Japan 2009 (4) – Shinkansen
Eines der Wahrzeichen Japans ist die Flotte an Hochgeschwindigkeitszügen (Shinkansen genannt). Die verschiedenen Generationen bringen es auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 443 km/h, im täglichen Betrieb sind allerdings bis 300 km/h die Regel. Trotzdem ist Sicherheit ein großes Thema – seit 1964 (Inbetriebnahme) bis heute sind keine Unfälle mit Todesfolge eingetreten, trotz einer erdbebenbedingter Entgleisung im Jahr 2004.
Service und Pünktlichkeit sind sensationell! Die Summe aller Shinkansen-Verspätungen pro Tag beläuft sich auf unter fünf Minuten. Hat ein Lokführer mehr als 15 Sekunden Verspätung, so muss er sich schriftlich verantworten. Betritt eine Schaffnerin das Abteil oder verlässt es, ist eine Verbeugung in Richtung der Fahrgäste obligatorisch. Kurz zur Technik: Die Züge haben keine getrennten Triebköpfe, sondern die Antriebseinheiten sind im Unterraum der Waggons über den ganzen Zug verteilt. Das 25-kV-Einphasenwechselstromnetz wird mit den Frequenzen 50Hz und 60Hz betrieben.
Wir nehmen den Superexpresszug Nozomi, der die 515,4 km lange Strecke Tokyo – Shin-Osaka in bis zu 2 Stunden 30 Minuten und mit nur vier Zwischenstopps bewältigt, was einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 206 km pro Stunde entspricht. Die Züge bewältigen heute rund 30 % des Fernverkehrsaufkommens in Japan.
Dieses Video zeigt einen Shinkansen beim Anfahren und macht die beeindruckende Länge deutlich:
Die Einfahrt des Shinkansen – seine spezielle Form bringt dem Zug auch den Beinamen “Bullet Train” ein. In Wahrheit wurde das Design aus aerodynamischen Gründen gewählt, um den Tunnelknall bei Einfahrten in die zahlreich vorhandenen Tunnel zu minimieren.
Der Gast sitzt immer in Fahrtrichtung. Am vorderen und hinteren Ende des Zugs befinden sich die selben Wagen für den Zugführer. An der Endhaltestelle angelangt, dreht das Personal während der Reinigung die Sitze einfach in Fahrtrichtung (hier mal durch das Fenster gefilmt):
Abschließend noch ein paar Fotos:
China 2009 (11) – Transrapid
Der Weg aus der City zum Flughafen ist ein besonderes Highlight. Wir nehmen den Shanghai Maglev Train (SMT) - bei uns zu Lande eher bekannt als Transrapid. Deutsche Ingenieurskunst at its top – leider nur in Shanghai fahrbar. Die Entwicklung dieses High-Tech Zugs begann in Deutschland bereit 1969 – alle Projekte wurden allerdings aus Kostengründen eingestellt. So bleibt die 2004 fertiggestellte Strecke in Shanghai zum Pudong International Airport die einzige Transrapid-Strecke im Regelbetrieb.
Die Magnetschwebebahn benötigt für die 30 km lange Strecke 7 Minuten und 18 Sekunden. Nach 3½ Minuten (zurückgelegte Strecke: 12,5 km) ist die Betriebsgeschwindigkeit von 430 km/h erreicht. Sie wird für 50 Sekunden gehalten, bevor die Verzögerungsphase (wiederum 12,5 km) beginnt.
Zu den technischen Daten schreibt Wikipedia folgendes: “Der Transrapid ist in der Lage, innerhalb von 60 s aus dem Stand auf 200 km/h sowie in weiteren 60 s von 200 km/h auf 400 km/h zu beschleunigen. Für eine Beschleunigung auf 300 km/h benötigt er rund vier Kilometer (auf der Strecke in Shanghai 4,2 km). Der ICE 3 benötigt in der Ebene 324 Sekunden und eine Strecke von rund 18 km für eine Beschleunigung von 0 auf 300 km/h. Im Testbetrieb wurden auf der Shanghai-Strecke 501,5 km/h erreicht. [...] Die magnetische Feldstärke im Inneren der Fahrzeuge ist nach Angaben des Herstellers mit 100 µT geringer als das Magnetfeld üblicher Haushaltsgeräte wie z. B. das eines Fernsehers mit 500 µT.”
Übrigens wurde das insgesamt etwa 1,2 Milliarden Euro teure Projekt mit 100 Millionen Euro von der deutschen KfW gefördert. Ein weiterer Ausbau ist geplant, z.B. zum 53 km von Pudong entfernten Inlandsflughafen Hongqiao – die Pläne wurden aber aus mehreren Gründen zurückgestellt, u.A. da die Kosten des weiteren Streckenbaus auch in China bei mittlerweile 46 Mio. Euro je km liegen sollen, und sich damit gegenüber der ursprünglichen Planung fast verdoppelt haben.














